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Unsere Taffy kam mit etwa 1,5 Jahren zu uns, bis dahin hatten wir immer Katzen gehabt und ein Hund war ein unerfüllter Traum. Geplant war sie nicht, aber meine Tochter bat mich nach der Rückkehr aus dem Urlaub, doch einmal ein Tierheim zu besuchen – damit rannte sie bei mir offene Türen ein und los gings in Tierheim nach Freital. Dort waren wir mit mehreren Hunden Gassi, als wir gehen wollten, brachte ein junges Pärchen Taffy vom Spazierengehen zurück. Total abgemagert und ängstlich war sie und wollte überhaupt nicht wieder ins Heim zurück.
Die jungen Leute berichteten, Taffy wäre sehr verspielt, ein Traumhund, aber leider könnten sie ihr kein endgültiges Zuhause bieten. Sie wäre erst seit kurzem hier im Heim, gefunden wurde sie angebunden auf einer Müllhalde. Dort war es um uns geschehen – wir besuchten Taffy täglich für den Rest unseres Urlaubs. Ende August 2000 sollte Taffy zu uns ziehen – ich ging damals 6 Stunden arbeiten pro Tag – die Zeit sollte sie allein durchstehen. Was wir nicht wussten, Taffy hatte enorme Trennungsängste, bellte, sprang unablässig gegen die Fenster und zerstörte die Einrichtung.
Da wir mit dieser Situation völlig überfordert waren, wandten wir uns an unsere Tierärztin und diese empfahl uns weiter an die Hundeschule Jenßen.
Taffy zog für die nächsten Wochen dort ein und wir besuchten sie jeden Nachmittag, um das am Vormittag erworbene Wissen zu festigen und ein Vertrauensverhältnis zu ihr aufzubauen. Zu Hause bekam sie ein zweites Zuhause im Garten – einen Zwinger mit Freilauf und einer superisolierten Hundehütte. Dort sollte sie die Zeit unserer Abwesenheit verbringen – Herr Jenßen meinte, sie wäre es nicht gewohnt, alleine in geschlossenen Räumen zu bleiben – und außerdem habe sie dort genug zum beobachten.
Es funktionierte! Sie verschlief meist den ganzen Vormittag, bis wir gegen 14.00 Uhr nach Hause kamen und dann gings raus mit ihr in die Natur – Feld, Wald und Wiese. Von Anfang an war Taffy ein Ballfetischist, sie bekam und bekommt nie genug, auch heute noch, mit fast 10 Jahren, spielt sie immer noch leidenschaftlich gern mit ihrem Ball.
Über Nacht schläft sie im Haus, gewöhnlich in meinem Bett. Nur in heißen Sommernächten hat sie es schon fertiggebracht, mich zu wecken und mir klar zu machen, dass sie es hier zu warm findet und in den Garten möchte, sie steht dann nachts um 2 Uhr vor ihrem Zwinger und wartet darauf, dass sie rein darf.
Sie schwimmt sehr gerne, deshalb bekam sie vor zwei Jahren einen Schwimmteich im Garten. Diesen nutzt sie ausgiebig im Sommer, springt kopfüber rein und taucht nach ihren Spielsachen. Oder sie schwimmt gemütlich ein paar Runden . Besonders gern steht sie im flachen Wasser und spielt mit Steinchen – d.h., sie angelt mit den Pfoten danach und ist damit meist eine halbe Stunde schwer beschäftigt.
Auch Autofahren macht ihr großen Spaß, wobei sie am Anfang davor große Angst hatte und meist bei jeder Fahrt sich erbrach. Jetzt liebt sie ihr Auto, sobald der Kofferraum offen steht, liegt sie drinnen und ist nur durch Leckerlies zu bewegen, wieder auszusteigen.
Taffy ist mittlerweile überall dabei, geht ab und zu ein paar Tage in die Hundeschule Jenßen, wenn wir beruflich unterwegs sind. Sie fühlt sich dort sehr wohl – fast wie zuhause. Seit fast 2 Jahren muss sie auch nicht allein dort bleiben, denn am 10.12.2006 bekamen wir Zuwachs – Rexi.
Ich komme im Internet schwer an Seiten von Tierschutzvereinen vorbei, so auch nicht an der Seite von Zwerge-in-Not.
Im November 2006 stieß ich auf diese Seite – und fand einige Hunde, die ich mir gern ansehen wollte. Ein Rüde sollte es sein, denn Madam Taffy mag andere Hündinnen nicht besonders.
Frau Täuber zeigte uns dann einige Hunde, darunter auch Rexi. Ein Wochenende später fuhr ich mit meiner Tochter und deren Freund nach Herzfelde, um ihnen meinen Favoriten vorzustellen. Frau Täuber erzählte uns, Rexi wäre seit Oktober 2006 bei ihr, abgegeben von einem polnischen Pärchen. Er hätte auf seinem Hinterteil fast kein Fell mehr gehabt sowie viele kleine Narben (evt. wurden Zigaretten auf ihm ausgedrückt), abgemagert, die Nase kahl, total verängstigt, riesengroße Angst vor Männern, sehr große Narbe über einem Auge, eine Fehlstellung des einen Vorderbeinchens ….
Zwischen meiner Tochter und Rexi war es Liebe auf den ersten Blick. Und da war es beschlossene Sache, Rexi kommt zu uns. Am Sonntag, dem 10.12.2006 holten wir ihn ab, denn wir hatten bis Jahresende frei, um uns intensiv um ihn kümmern zu können. Eine richtige Entscheidung, denn Rexi schien noch nie in einem Haus gelebt zu haben. Alle Alltagsgeräusche machten ihm Angst, er wurde steif vor Schreck. Gassigehen kannte er auch nicht, wir liefen stundenlang mit ihm draußen rum, sobald er im Haus war, löste er sich, hatte Durchfall. Wir haben nur noch in Schichten geschlafen, damit immer einer bei ihm war. Eine große Hilfe war dabei Taffy, an ihr orientierte er sich sehr (auch heute noch); es folgte ein anstrengendes Jahr für uns alle, Rexi gewöhnte sich nach und nach ein, wurde mit viel Geduld und Liebe stubenrein und guckte sich alle Tricks von Taffy ab. Mittlerweile freut er sich auch über Besuch, fordert diesen zum Kraulen auf. Der Futterneid hat sich gegeben, er schläft jetzt auch selig in seinem Körbchen – am Anfang lag er nur auf dem blanken Fußboden.
Und er entdeckt die Welt des Spielens für sich – er mag Quietschetiere und balgt sich gern mit Taffy rum. Falls sie keine Lust dazu hat, quatscht er sie regelrecht zu – bis sie sich seiner erbarmt und mitmacht.
Inzwischen bleibt er problemlos allein in der Wohnung oder verbringt den Vormittag mit Taffy im Garten. Leider ist er sehr wasserscheu, aber vielleicht legt sich auch das noch irgendwann.
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